Was kostet Heizen wirklich? Jahreskosten für dein Haus berechnen — und alle Heizsysteme im direkten Vergleich: Gas, Öl, Wärmepumpe, Pellets und Fernwärme.
Wärmebedarf = Wohnfläche × spezifischer Verbrauch je Gebäudestandard (60 bis 200 kWh/m² und Jahr). Daraus werden die Jahreskosten je System berechnet: Gas-Brennwert 11 Ct/kWh bei 95 % Wirkungsgrad, Öl 10,5 Ct bei 90 %, Pellets 7,5 Ct bei 90 %, Fernwärme 13 Ct und Wärmepumpe 28 Ct Strom bei Jahresarbeitszahl 3,5 (saniert) bzw. 2,8 (Altbau).
Profi-Tipp: Die Werte sind Durchschnitte für 2026 — dein realer Verbrauch hängt von Heizverhalten, Lage und Personenzahl ab. Die letzte Jahresabrechnung ist immer die beste Vergleichsbasis.
Ein unsanierter Altbau (vor 1978) braucht rund 200 kWh pro m² und Jahr, ein Haus aus den 80er/90er-Jahren etwa 150 kWh, ein teilsanierter Bau rund 130 kWh, Baujahr 1995 bis 2015 etwa 100 kWh und ein Neubau ab 2016 nur noch 50 bis 70 kWh pro m² und Jahr. Bei 120 m² Wohnfläche macht das den Unterschied zwischen 6.000 und 24.000 kWh Wärmebedarf.
Gas kostet 2026 rund 10 bis 12 Cent pro kWh Wärme (Brennwertkessel). Eine Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,5 macht aus 1 kWh Strom etwa 3,5 kWh Wärme — bei 28 Cent pro kWh Strom sind das rund 8 Cent pro kWh Wärme. Im sanierten Haus heizt die Wärmepumpe damit meist günstiger, im unsanierten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen sinkt die Jahresarbeitszahl und der Vorteil schrumpft.
Im gut gedämmten Haus mit Flächenheizung fast immer: 30 bis 50 % niedrigere Heizkosten plus bis zu 70 % BEG-Förderung auf die Anschaffung. Im unsanierten Altbau sollte erst die Dämmung verbessert oder größere Heizkörper eingebaut werden, sonst arbeitet die Wärmepumpe ineffizient. Faustregel: Läuft die alte Heizung mit maximal 55 °C Vorlauf, funktioniert auch eine Wärmepumpe wirtschaftlich.
Die schnellsten Hebel: Raumtemperatur um 1 °C senken spart rund 6 % Energie, ein hydraulischer Abgleich 5 bis 15 %, programmierbare Thermostate 8 bis 10 % und das Dämmen der Heizungsrohre im Keller bis zu 10 €/Meter pro Jahr. Dazu lohnt der jährliche Tarifwechsel-Check bei Gas und Strom — zwischen Grundversorgung und günstigstem Tarif liegen oft mehrere hundert Euro.
Die Energiepreise sind Durchschnittswerte für 2026 und regional unterschiedlich. Für eine exakte Berechnung immer die eigene Jahresabrechnung heranziehen.
Quelle: Andreas Berg, Renovierungsexperte — 850+ Projekte seit 2005