Ratgeber · Energie & Dämmung

Fenster tauschen: Was kostet das wirklich?

Neue Fenster kosten 500–2.000 EUR pro Stück inkl. Einbau. Dreifachverglasung spart bis zu 30% Heizenergie. Mit BEG-Förderung bis zu 20% Zuschuss. Alle Rahmentypen und Verglasungen im Vergleich.

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Neue Fenster nach Renovierung
Tipp vom Renovierungsexperten
Andreas Berg
Andreas Berg
Renovierungsexperte seit 2005

"Wenn du neue Fenster einbauen lässt, lass gleichzeitig die Rollladenkästen dämmen — kostet 50–100 EUR pro Kasten extra und ist eine der größten Wärmebrücken im Haus. Und vergiss den BAFA-Antrag nicht: 15–20% Förderung, die die meisten Hausbesitzer einfach liegen lassen."

Kosten-Übersicht nach Fenstertyp

Alle Preise inkl. Material, Montage und Entsorgung der alten Fenster. Basis: Standardfenster 120×120 cm, Dreh-Kipp-Beschlag.

FenstertypVerglasungKosten je FensterU-Wert Glas
Kunststoff StandardZweifach400–700 EUR1,0–1,1 W/m²K
Kunststoff WärmeDreifach600–1.000 EUR0,5–0,7 W/m²K
Holz klassischZweifach700–1.300 EUR1,0–1,1 W/m²K
Holz PassivhausDreifach1.000–2.000 EUR0,5–0,7 W/m²K
Aluminium ThermischDreifach1.200–2.500 EUR0,5–0,7 W/m²K
Holz-Alu-KombinationDreifach1.400–2.800 EUR0,5–0,7 W/m²K
Dachfenster (z.B. VELUX)Zweifach/Dreifach800–2.000 EUR0,7–1,1 W/m²K
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Zwei- vs. Dreifachverglasung im Vergleich

Der Unterschied liegt im U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient): Je niedriger, desto besser die Dämmwirkung.

EigenschaftZweifachverglasungDreifachverglasung
U-Wert Glas1,0–1,1 W/m²K0,5–0,7 W/m²K
Schallschutz30–33 dB34–42 dB
Gewicht je m²ca. 20 kgca. 28 kg
Mehrkosten+100–200 EUR/Fenster
BEG-förderfähigNein (U > 0,95)Ja (U ≤ 0,95)
EmpfehlungNur bei Budget-EngpassStandard 2026

Rahmenmaterialien im Vergleich

MaterialKosten (relativ)PflegeLebensdauerBesonderheit
Kunststoff (PVC)GünstigKeine30–40 JahreGut dämmend, nicht recyclebar
HolzMittelAlle 5–10 Jahre50+ JahreOptisch edel, CO2-neutral
AluminiumTeuerKeine50+ JahreSlim, langlebig, recyclebar
Holz-AluSehr teuerKeine außen50+ JahreBestes aus beiden Welten

BEG-Förderung 2026 beim Fenstertausch

Der Fenstertausch ist eine förderfähige Einzelmaßnahme nach BEG EM. Antragsstellung beim BAFA — immer vor Beauftragung des Handwerkers.

FörderwegQuoteMax. FörderbetragVoraussetzung
BEG EM Grundförderung15%4.500 EUR (bei 30T€ Invest)U-Wert Fenster ≤ 0,95 W/m²K
+ iSFP-Bonus+5% = 20%6.000 EURSanierungsfahrplan vorhanden
Rechenbeispiel: 10 Fenster mit Förderung

Investition: 10 × 800 EUR = 8.000 EUR. Förderung 20% (mit iSFP): 1.600 EUR. Eigenanteil: 6.400 EUR. Dazu: Rollladenkästen dämmen 10 × 80 EUR = 800 EUR ebenfalls förderfähig.

Wann lohnt sich der Tausch? Rechenbeispiel

Altbau mit einfach verglasten Fenstern von 1975 (U-Wert Glas ca. 5,0 W/m²K). Ersatz durch Dreifachverglasung (0,6 W/m²K).

SzenarioInvestitionEinsparung/JahrAmortisation
10 Fenster Kunststoff-Dreifach8.000 EUR (nach Förderung: 6.400)500–700 EUR9–13 Jahre
10 Fenster Holz-Dreifach15.000 EUR (nach Förderung: 12.000)500–700 EUR17–24 Jahre
Alte Einfachverglasung → Dreifach8.000 EUR800–1.200 EUR7–10 Jahre
Komfort zählt auch

Neue Dreifachfenster eliminieren Zugluft und kalte Strahlungskälte an der Scheibe. Das macht sich in Wohnqualität und Wärmeempfinden stark bemerkbar — oft mehr als die Energieeinsparung auf dem Papier zeigt.

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5 Spartipps beim Fenstertausch

  1. Alle Fenster auf einmal beauftragen — Einmaliger Einrichtungsaufwand, Rabatt auf Material, ein BAFA-Antrag für alle.
  2. iSFP-Bonus sichern — Energieberater kostet 500–1.500 EUR, ist aber zu 80% selbst gefördert. 5% Extra-Förderung auf alle Maßnahmen.
  3. Rollladenkästen mitdämmen lassen — 50–100 EUR pro Kasten, ebenfalls BEG-förderfähig, enorme Wirkung.
  4. Im Herbst oder Winter beauftragen — Fenstereinbau ist ganzjährig möglich (gute Betriebe arbeiten auch bei Kälte mit provisorischer Abdichtung). Auftragslage dann dünner, Preise verhandelbar.
  5. Maße selbst aufnehmen und vergleichen — Wer 3 Angebote einholt, spart im Schnitt 15–20%. Die Maße kannst du selber nehmen (Lichtmaß innen), das spart Messtermine.

Häufige Fehler — und wie du sie vermeidest

Fehler 1: BAFA-Antrag vergessen

Der häufigste Fehler überhaupt. Wer den Handwerker zuerst beauftragt und danach den Antrag stellt, verliert den Förderanspruch komplett. Reihenfolge: Angebot einholen → BAFA-Antrag → Auftrag erteilen.

Fehler 2: Rollladenkästen nicht mitdämmen

Rollladenkästen sind die am häufigsten vergessene Wärmebrücke. Nach dem Einbau teurer nachzurüsten als gleichzeitig — immer im selben Zug erledigen.

Fehler 3: Kein Lüftungskonzept

Neue, dichte Fenster bedeuten drastisch weniger Luftaustausch. Ohne regelmäßiges Stoßlüften (3–4× täglich 5 Min.) entsteht Kondensfeuchte und Schimmel. Bei Komplettsanierung sollte eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) mitgeplant werden.

Fehler 4: Zu dünne Laibungsdämmung

Beim Einbau von Dreifachfenstern in Altbauten ohne Fassadendämmung entstehen Wärmebrücken an den Laibungen. Der Fensterbauer sollte die Laibungen innen mit mind. 3 cm Dämmputz oder Dämmplatten versehen.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Fenster zu tauschen? +

Ein Standardfenster (120×120 cm) kostet inkl. Einbau: Kunststoff-Zweifach: 400–700 EUR. Kunststoff-Dreifach: 600–1.000 EUR. Holz-Dreifach: 1.000–2.000 EUR. Bei 10 Fenstern kommt schnell ein Gesamtbudget von 6.000–15.000 EUR zusammen.

Lohnt sich Dreifachverglasung 2026? +

Für Neubauten und umfangreiche Sanierungen: ja. Der U-Wert sinkt von 1,0 auf 0,7 W/m²K. Die Mehrkosten betragen 100–200 EUR pro Fenster, die Amortisation liegt bei 8–12 Jahren. Zudem ist Dreifach Voraussetzung für die BEG-Förderung.

Gibt es Förderung beim Fenstertausch? +

Ja: BEG EM (BAFA) fördert den Fenstertausch mit 15%, bei iSFP-Bonus 20%. Max. 30.000 EUR förderfähige Kosten je Wohneinheit. Voraussetzung: U-Wert ≤ 0,95 W/m²K. Antrag vor Auftragserteilung stellen.

Kunststoff, Holz oder Aluminium — was ist besser? +

Kunststoff ist günstig, wartungsarm und gut dämmend — für die meisten Häuser die beste Wahl. Holz sieht edler aus, braucht alle 5–10 Jahre Pflege. Aluminium ist sehr langlebig und slim, aber teuer. Holz-Alu-Kombination vereint Optik mit Wartungsfreiheit, kostet aber 30–50% mehr.

Wie lange dauert der Einbau von 10 Fenstern? +

Erfahrene Fensterbauer schaffen 3–5 Fenster pro Tag. Für 10 Fenster rechne 2–3 Tage Montage. Hinzu kommt die Lieferzeit: 4–10 Wochen ab Bestellung je nach Hersteller.

Was ist beim Fenstertausch sonst zu beachten? +

1. Rollladenkästen gleichzeitig dämmen. 2. Fensterlaibungen innen verputzen lassen. 3. Lüftungskonzept beachten: Neue dichte Fenster bedeuten weniger natürliche Lüftung. 4. Fensterbänke innen und außen erneuern.

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